Portraitvideo erstellen

Portraitvideo erstellen

Im November 2014 haben wir eine Portraitvideo über Frankfurts berühmtem Holzschnitzer Johannes Grosse gedreht. Die lokale Nachrichtenseite FNP.de wollte, dass wir ein Filmstück erstellen, das sich von traditionellen Nachrichtenvideos unterscheidet. Wir haben Johannes schon vor ein paar Jahren für unseren Dokumentarfilm Format Frankfurt interviewt, aber das Interview war auf ein anderes Thema gerichtet, nämlich auf die Stadt und nicht die Kunst des Schnitzens.

Das ganze Interview und die Schnittbilder wurde an einem grauen Herbsttag vor einem Bootshaus gedreht, wo auch Johannes an seiner Kunst arbeitet. Zuerst haben wir das Interview gedreht da dieser Teil der Dreharbeiten für den Protagonisten das meiste Stresspotenzial bietet. Häufig machen sich Personen die noch nie vor der Kamera waren viele Gedanken darüber, sodass hierbei wichtig ist eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, dass Gespräch zu führen und dem Protagonisten die Angst vor der Kamera zu nehmen. Wenn das Interview zuerst gedreht wird, können sich die meisten Protagonisten danach auch viel entspannter und besser auf die anderen zu filmenden Arbeiten konzentrieren da der ungewohnte Part – das Interview – geschafft ist.

Wir haben die Blackmagic Pocket Cinema Camera benutzt und in ProRes HQ aufgenommen. Wir haben das Sigma 30mm F / 1.4 für das Interview sowie für einige B-Roll Aufnahmen verwendet. Die Tokina 11-16mm wurde für einige Handaufnahmen, Schwenks sowie die Slider Shots verwendet. Der Slider war der Konova K5, der 120 cm lang ist und ideal für längere Kamerafahrten ist. Die Nahaufnahmen wurden mit der Canon 24-105mm aufgenommen. Alle Objektive wurden mit dem Metabones Speed Booster verbunden, um eine geringere Tiefenschärfe, mehr Licht und natürlich ein größeres Sichtfeld zu erreichen. Der Speed Booster war auch nützlich, um mit hohen Verschlusszeiten schießen zu können, um das Sägemehl besser sichtbar zu machen.

Audio wurde mit dem RØDE Lavalier-Mikrofon aufgenommen. Die Aufnahme der Stimme von Johannes war ein wenig schwierig wegen der tief fliegenden Flugzeuge. Am Ende war der Ton aber besser als erwartet. Im fertigen Film ist das ferne Geräusch eines Flugzeugs erst gegen Ende hörbar. Der Klang der Kettensäge wurde mit dem RØDE Stereo VideoMic X aufgenommen. Wir schlossen das Mikrofon an die Sony RX10 an und legten es etwa 2 m entfernt von dem Holz, das Johannes geschnitzt hatte, um den Ton richtig einzufangen. Die Kamera lief die ganze Zeit, um sicherzustellen, dass wir genug kraftvolle Kettensägengeräusche haben.

Da der Himmel so wolkig und grau war, beschlossen wir, das ganze Interview auszuleuchten. Wir haben die Amaran 528 Leuchten von Aputure benutzt. Die LED-Leuchten wurden mit 2 × 2 Sony NP-F-Batterien betrieben. Obwohl die Lichter eigentlich nicht dazu gedacht sind, bei Tageslicht zu beleuchten, halfen sie sehr.